Tausende Schweizer protestieren gegen 5G – der Standard u.a.

„Gegen Zwangsbestrahlung“: Tausende 5G-Gegner protestierten in der Schweiz

Warnung vor Risiken für Gesundheit, Umwelt, Demokratie und Sicherheit durch neuen Mobilfunkstandard – Liste „5G ade“ kandidiert bei Nationalratswahl

Protest gegen 5G in der Schweiz.

Foto: APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in der Schweizer Hauptstadt Bern gegen die Einführung des Mobilfunk-Standards 5G demonstriert. Sie protestierten gegen „Zwangsbestrahlung“ und forderten eine gesundheitsverträgliche Alternative. In Reden vor dem Bundeshaus, dem Sitz von Parlament und Regierung, wurde vor Risiken für Gesundheit, Umwelt, Demokratie und Sicherheit gewarnt.

Den Behörden und der Telekommunikationsbranche wurde vorgeworfen, wirtschaftliche Interessen über alles zu stellen und die Menschen dreist anzulügen. 5G sei „ein Verbrechen gegen Menschenrechte“, stand auf einem der vielen handgeschriebenen Transparente zu lesen. „Immer schneller, höher, weiter auf Kosten von Mensch und Umwelt – Stop 5G“ hatte ein anderer Demonstrant auf sein Transparent geschrieben.

Organisation

Veranstalterin der Kundgebung war die neue Umwelt- und Konsumentenorganisation Frequencia. „Dass heute so viele Menschen zusammengekommen sind, ist ein starkes Zeichen gegen die unkontrollierte Einführung von 5G“, teilte Frequencia-Vizechefin Tamlin Schibler Ulmann in einer Aussendung mit.

Bereits im Mai hatte es in Bern eine Kundgebung gegen den neuen Mobilfunkstandard gegeben. Im Anschluss daran wurde Frequencia gegründet. Die Organisation fordert eine strahlungsarme Lösung auf Basis des Glasfasernetzes. Demnach sollten Innenräume nur mit Strahlung bedient werden, wenn dies jemand ausdrücklich wolle. Mobilfunkmasten würden dann nur mobilen Verbindungen im Freien dienen und könnten viel schwächer strahlen.

Die 5G-Gegner treten auch bei den Nationalratswahlen im Oktober an. Im Kanton Bern ist die Liste „5G ade“ eine Verbindung mit der christlich-konservativen Kleinpartei EDU eingegangen.

Hintergrund

5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Die Übertragung ist etwa 100 Mal schneller als der aktuelle Standard 4G, auch LTE genannt. Die größere Bandbreite und niedrigere Latenzzeiten sollen insbesondere das „Internet der Dinge“ möglich machen, etwa die Fernsteuerung von medizinischen Robotern, Geräten in der Industrieproduktion oder selbstfahrenden Autos. Auch soll die gleichzeitige Vernetzung von Millionen Geräten möglich sein. Mit 5G können Geräte auch bis auf einen Meter genau geortet werden können.

Einen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass 5G gefährlich ist, gibt es hingegen bislang nicht. Ganz im Gegenteil betonen Wissenschafter und Konsumentenschützer, dass hier kein neuen Risiken für die Gesundheit zu erwarten sind. (APA/red, 22.9.2019)

 

Thousands of Swiss protest 5G wireless over health fears

AFP Relax News
People take part to a nationwide protest against the 5G technology and 5G-compatible antennae deployment in front of the Swiss house of Parliament in Bern, on September 21, 2019.

Thousands of people protested in the Swiss capital Bern Saturday over the roll-out of a 5G wireless technology across the country, which they fear could damage people’s health.

The protesters, many carrying placards, gathered in front of the Swiss parliament building, in a bid to stop the construction of more 5G-compatible antennae.

„The fact that so many people turned out today is a strong sign against the uncontrolled introduction of 5G,“ said Tamlin Schibler Ulmann, co-president of Frequencia, the group that organised the rally.

The tiny principality of Monaco became the first country in Europe to inaugurate a 5G mobile phone network in July based on technology from Chinese firm Huawei, which is seen by the US as a major security risk.

But critics in Switzerland argue that the electromagnetic radiation the new system emits poses unprecedented health and environmental risks compared to previous generations of mobile technology.

Online petitions have helped persuade several Swiss cantons — in Geneva, Vaud, Fribourg and Neuchatel — to postpone the construction of antennae as a precaution.

The Swiss Federation of Doctors (FMH) has also argued for a cautious approach to the new technology.

Opponents of the new technology are trying to gather the 100,000 signatures they need to force a referendum on imposing a moratorium on the technology until its risks can be properly assessed.

In February, Switzerland attributed 5G frequencies to three major operators, Swisscom, Sunrise and Salt, and the operators have been pushing the cutting-edge technology in television advertisements and on billboards.

By early July, 334 antennae stations for 5G were operational across the country, authorities have told AFP.

There are several studies on the health impacts of the new technology underway, including one by the World Health Organization, which has told AFP it had begun „conducting a risk assessment of health outcomes from radiofrequency fields exposure“.

A group of experts was also appointed by the Swiss government last year to probe the risks involved with introducing 5G, and their findings should be published by the end of the year.

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